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 Tipps für Selbstverleger

Jeder, der seinen Doujinshi oder Manga selbst drucken lassen und verlegen will, steht irgendwann einmal vor der Frage "Wie funktioniert das eigentlich mit den Druckereien und so?"Was muss man schon beim Zeichnen beachten, wenn ein Werk einmal gedruckt werden soll und was muss man bei den Dateien beachten, die man an die Druckerei schickt? Hier einige sehr hilfreiche Tipps!

1. DPI
Ganz wichtig und sollte immer wieder gesagt sein: Die DPI-Zahl, also die Auflösung eurer Bilder und Manga-Seiten wenn ihr sie in digitale Form umwandelt.

DPI = dots per inch => punkte/pixel pro Zoll (1 Zoll/Inch = 2,54 cm)

300 dpi bei einem Bild, dass 1:1 eingescannt und wieder ausgedruckt werden soll, ist das Minimum!
Wird das Bild kleiner Ausgedruckt als ihr es gezeichnet habt, könnt ihr die dpi-Zahl proportional runterrechnen, aber ich bevorzuge es in 300 dpi einzuscannen und dann in Photoshop einfach die Größe des Bildes einzugeben und generieren zu lassen. Hat was für sich und bringt vor allem den Vorteil, dass ihr nicht rumrechnen müsst.

Ebenso müsst ihr, wenn ihr ein Bild größer ausdrucken wollt als ihr es eigentlich gemalt habt, die dpi-Zahl proportional hochrechnen. Das tut dann leider kein Programm für euch, denn das würde nur Wischiwaschi geben. Also auf einer höheren dpi-Einstellung einscannen und gegebenenfalls später die Bildgröße und dpi-Zahl wieder anpassen.

 

2. Anschnitt
Vielen dürfte das Wort Anschnitt vielleicht dazu verleiten an Kuchen zu denken... aber hier ist natürlich nicht die Rede vom Kuchen anschneiden. Was ich meine ist, dass um jede Seite eines Doujinshi / Manga ein Anschnitt von mindestens 3 mm sein muss. Also ein Rand um den Rand, auf dem ihr weiterführt, was auf dem eigentlichen Rand gezeichnet ist.
Das ganze dient dazu, falls sich die Schneidemaschine mal um einen Milimeter vertut nicht plötzlich ein weißer Streifen auftaucht wo er nicht hingehört oder ähnliches - wir wollen ja professionell aussehen, nicht? ^_~ 


3. Rand
Es ist immer wichtig daran zu denken, dass eure Doujinshi / Manga - Seiten später in Buchformat präsentiert werden sollen. Und ein Buch ist auf einer Seite immer geklebt, getackert oder anderweitig gebunden. Das bedeutet, dass man das Blatt Papier natürlich nicht komplett sehen kann, wie wenn man es lose vor sich liegen hat.

Also müssen wir das schon beim Zeichnen unserer Seiten beachten.
Am besten ist es, man zieht sich vor dem Zeichnen ein paar Hilfslinien, entweder mit Bleisitft, damit man es nacher wieder wegradieren kann, oder mit Kopierstift.
Um nochmal auf den Anschnitt zurück zu kommen ziehen wir gleich noch zusätzlich Linien für den Anschnitt.

Also ziehen wir einmal um die ganze Seite einen Rand. Wie groß dieser Rand ist hängt dabei davon ab, wie groß das Papier ist, auf dem ihr arbeiten wollt und wie groß die Seite nach dem Druck sein soll. Wenn ihr also auf A4 arbeitet und euer Doujinshi später auf A5 gedruckt werden soll, brauchen wir 6 mm Anschnitt (denn eine A5 Seite ist die Hälfte von A4 und würden wir auf unserer Arbeitsseite 3mm Anschnitt machen, hätten wir später nur noch 1,5mm).
Ich denke mal, dass sich das jeder selbst ausrechnen kann, der ein anderes Format benutzt ^_~

Nun setzen wir noch einen Rand, der innerhalb des Anschnittes liegt. Dabei beachten wir, dass wir ab dem Anschnitt rechnen. Also ziehen wir bei einem A4 Blatt, dass später A5 gedruckt werden soll vom Anschnitt aus gerechnet einen Rand links und rechts der 1,2 cm beträgt. Oben und unten könnt ihr weniger machen, dann da wird für gewöhnlich ja nicht gebunden, da darf der Rand auch nur 0,7 cm betragen.
Nicht vergessen, vom Anschnitt aus rechnen!

Beim Zeichnen müsst ihr natürlich alles was zum Rand der späteren Seite gehen soll, auch hier auf dem Papier ganz bis zum Rand zeichnen. Die Hilfslinien dienen nur dazu, dass man auch bedenkt was später von der Seite weggeschnitten wird (der Anschnitt) und was durch das Binden jeweils auf einer Seite wegfallen kann, damit keine essentiellen Bild- oder Textteile wegfallen.

(die inneren Rahmenwerte sind natürlich nur meiner eigenen Erfahrung entnommen)

 

4. 1/1, 4/0...
Eineintel? Viernulltel?? - Hyroglyphen?

Nein keine Sorge, das ist nur Fachjargon und ganz einfach, wenn man's einmal weiß. Die Zahlen zeigen an, wie viele Farben auf der Vorder- und der Rückseite verwendet werden.

Bei einem 1/1 Druck also wird vorne mit einer Farbe und hinten mit einer Farbe gedruckt. Das muss nicht zwingend schwarz sein, aber bei Doujinshi und Manga kann man davon ausgehen, dass der Innenteil 1/1 in schwarz gedruckt wird.

4/0 heißt in diesem Fall, dass die Vorderseite vierfarbig bedruckt wird und die Rückseite gar nicht, wie es zum Beispiel bei einem Cover gemacht werden könnte.

Als Farben gelten hier allerdings nicht einfach alle Farben des Regenbogens sondern nur bestimmte Farben. Das sind Schwarz, Cyan, Magenta und Yellow (siehe unten). Man *kann* statt dieser Farben zum Druck (bei einem einfarbigen oder zweifarbigen Druck mit Schwarz) auch einen HKS Farbton verwenden... aber das wäre jetzt zu weit ausgeholt und ist auch nicht von solch großer Wichtigkeit für euch. (sowas brauchen nur Grafiker zu wissen *g*)


 5. RGB und CMYK
Kommen wir nun zu den Farbräumen. Wir unterscheiden zwischen RGB und CMYK.

RGB = Rot, Grün & Blau

CMYK = Cyan, Magenta, Yellow & Schwarz

RGB ist der Farbraum, der über digitale Medien wie z. B. eurem PC-Monitor wiedergegeben wird (oder dem Fernseher). Im Großen und ganzen eignet er sich aber nicht zum Drucken, denn ein jeder Drucker druckt nicht mit rot, grün und blau sondern mit cyan, magenta, yellow und schwarz. Auch euer Heimdrucker. ^^

CMYK ist also der Farbraum, in dem alle Printobjekte gedruckt sind. Cyan ist ein ziemlich heller, grünstichiger Blauton, Magenta ein ziemlich pinkes Rot und Yellow... ist ein ganz normales sattes Gelb. K steht für Schwarz.
Mit diesen vier Farben lassen sich alle anderen gewünschten Farben mischen. Wenn ihr also z. B. euer Cover in Farbe drucken lassen wollt, dann wird es in 4 Farben gedruckt.

 

 6. PDF
PDF kennt ihr sicherlich aus dem Internet. Ein Format, was gerne in Mails verschickt wird, in denen es auch ebooks gibt und sehr klein ist.

PDF werden aber auch vermehrt im Druckwesen verwendet, denn man kann sie nicht nur klein abspeichern sondern auch in richtig hoher Auflösung.
Praktisch dabei ist, dass man alle Seiten eines Dokuments in eine einzige Datei speichern kann.

Viele Druckereien fordern daher PDF an. Daher ist es ganz gut sich ein Programm anzulegen, dass PDF schreiben kann. Es gibt verschiedene kostenfreie Programme zum runterladen, aber Programme von bekannten Herstellern wie Adobe (InDesign) oder das gute alte Quark, dass von vielen Grafikern benutzt wurde und teilweise noch benutzt wird. 


So, ich hoffe euch hat die kleine Exkursion gefallen und sie hat euch weitergeholfen!

Bis zum nächsten Mal!

 
Bildcopyright:
Die im Zusammenhang mit diesem Artikel verwendeten Bilder unterliegen dem Copyright von Martina Peters.
Autor:  Martina Peters
Datum: 19.09.2005

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