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Vorwort Kaum eine Technik ist so aussagekräftig wie ein konventionelle Zeichnung, die mit der Aquarelltechnik erstellt wird. Natürlich, und das will ich damit nicht anzweifeln, hat jede andere Malmethode ihre Reize und Vorzüge bzw. auch Nachteile, aber gerade die vielschichtigen Anwendungsmöglichkeiten was Farbschattierungen und Lichteffekte angeht haben mir bewiesen, dass meine Manga und Artworks mit Aquarellfarbe am Besten wirken. Als Könner und/oder Meister dieser Malkunst würde ich mich aber noch lange nicht bezeichnen wollen, da ich nach wie vor ziemlich wenig von der echten Technik anwende und eher an der Oberfläche des Möglichen kratze. So viel sei gesagt: wer sich die Bilder der in Museen ausgestellten Künstler ansieht wird erkennen, dass es duzende, wenn nicht tausende, Möglichkeiten gibt, einem Aquarell doch noch Geheimnisse abzuringen, die man erst nicht erkennt. Nun aber genug der großen Worte. In den folgenden Schritten versuche ich euch anhand einer erst kürzlich entstanden Artwork zu blue shuffle die Entstehung eines Aquarells etwas näher zu bringen, jedoch ist es lediglich ein kleiner Leitfaden, denn den Stil eines jeden Werkes bestimmt jeder Künstler für sich, da die Aquarellmalerei eine ziemlich subjektive Malerei meiner Meinung ist, da jeder anders die Farben aufträgt und verwischt. Material Zunächst solltet ihr euch das nötige Material für die Aquarellmalerei besorgen, denn normale Tusche oder Wasserfarbe geht da nicht! Leider muss man dazu sagen, sind die Aquarellnäpfen für ihre doch recht kleine Größe ziemlich teuer und das schreckt wohl die meisten schon ab, jedoch müsst ihr bedenken, dass aquarellieren bedeutet mit viel Wasser zu arbeiten und ihr mit so einem Näpfen doch ziemlich lange hinkommt.  Doch nicht nur die Farbe in Näpfen ist für Bilder sehr empfehlenswert. Man unterscheidet auch noch zwischen Tuben und Aquarellstiften, die besonders für Anfänger sehr ans Herz gelegt seien. In jedem gut sortieren Fachhandel für Zeichenutensilien oder beim VBS-Versandhaus für Bastelsachen jeglicher Art findet man eine große Auswahl (auch was Preise angeht) und kann sich für das jeweils Passende entscheiden. Besonders empfehlenswert sind die Farben von Van Gogh, Schmincke und Winsor & Newton. Es gilt wie bei normalen Wasserfarben, dass die Aquarellfarbe mischbar ist, daher reicht auch eine kleine Auswahl an Farbnäpfen, -tuben oder Stiften! TIPP: Viele Versandhäuser und Läden bieten Startersets mit 12-Farben im Kästchen an, die zumeist preisgünstiger sind. Wenn man sich für die Farben entschieden hat geht es an die Blöcke, die auch in reichlichen Variationen kaufbar sind. Hier gilt eine Faustregel: nicht immer ist das billigere Papier auch das bessere! Wer ein besonders lichtintensives oder facettenreiches Bild entstehen lassen will brauch dickes Papier, das viel Wasser aufsaugen kann. Auch die Oberflächen sind unterschiedlich angeraut. Für 5 6 Euro bekommt ihr einen 10 Blatt Block der Firma Goya basics, den ich bisher nur empfehlen kann. Achtet beim Kauf auf die Angaben zum Papiergewicht (z.B. 250 g/m² ist sehr gut) und zur Oberfläche (z.B. rauh). TIPP: Für Anfänger empfehle ich die Schulaquarellblöcke der Firma PVP, die man in jeder MäcGeiz Filiale bekommen kann und die neben 20 Blatt auch recht freundlich zur Geldbörse sind. Für Anfänger ideal zum Üben. ^_- Sind Papier und Farben bereitgelegt sucht man Pinsel und ein Wassergefäß aus. Günstig wäre es hier saugfähige Pinsel, wie auch raue Spitzen zu haben. Die Größen 2 3 sind günstig für filigrane Stellen, allerdings solltet ihr auch hier darauf achten, dass die Pinsel einen gewissen Grad an Qualität erfüllen, denn einen sich haarenden Pinsel kann man beim Aquarellmalen nicht gebrauchen, da der Farbauftrag meist schnell und präzise erfolgen muss. Was bestimme Extras angeht werde ich diese in den Arbeitsschritten noch erwähnen.I Ihr seht, dass Aquarellmalerei aus vielen Einzelheiten besteht, die alle vorhanden sein müssen um ein Bild erst einmal entstehen lassen zu können. Habt ihr euch alles besorgt, kann es endlich losgehen... | | _ | Schritt 1: Die Vorzeichnung Es sei euch überlassen ob ihr auf die angeraute Oberfläche des Blocks einen Entwurf bringt, oder ihn erst einmal auf normales Papier zeichnet, auf dem sich meist besser radieren lässt. Steht das Scribble (also die Idee) kann es auf dem eigentlichen Papier dann losgehen. Einige Firmen bieten auch eine Alternative zum altbewährten Bleistift, der sich Grafitaquarellstift nennt. Seine Besonderheiten liegen in seinem Auftrag und im Wischverhalten, denn diesen Stift müsst ihr bei überflüssigen Strichen (insofern ihr euer Bild im 2. Schritt outlined) nicht wegradieren, da sein Auftrag mit Wasser verwischt wird und dann einfach unter der Farbe verschwindet. Bleistiftstriche sieht man dann immer noch, diese Striche allerdings verschwinden restlos. Stifte dieser Art gibt es beispielsweise von der Firma Lyra. Motivisch gesehen lässt sich alles umsetzen, jedoch müsst ihr darauf achten, dass euer Motiv beim zeichnen nicht die Form verliert, oder unerwünschte Flecke auf das Papier kommen. Da jeder einen eigenen Stil hat gehe ich auf das Zeichnen nicht näher ein. Zum Bild: Ich habe mein Bild eigentlich aus zwei Einzelnen erstellt: der Smart roadster und Jun waren einzelne Fragmente aus zwei verworfenen Ideen, die ich hier zusammengefügt habe. Die Landschaft im Background (BG) ist hier auf den Scribble noch nebensächlich, da sie später weder geoutlined wird, noch linienartig hervorsticht. Sie fügt sich dann ins Ganze... | | _ | Schritt 2: Das Outlinen Die Outlines sind kein Muss, allerdings besteht der Mangastil größtenteils aus festen Linien und Umrandungen, daher habe ich diesen Stil auch in meinen Eigenen übernommen. Sie dienen auch dazu die Formen voneinander zu unterscheiden und erleichtern das Kolorieren mit Aquarell, wie ihr später feststellen werdet, denn die Tusche, mit der die Linien gezeichnet werden, grenzen die Flächen voneinander ab und lassen die Farbe des Aquarells nicht durchdringen. Wie schon erwähnt, kann man für die Linien KEINEN normalen Fineliner Marke Stabilo nehmen! Diese Stifte basieren nicht auf wasserfestem Material und bluten sofort bei Berührung mit Wasser aus. Sehr zu empfehlen sind die Stifte der Marke edding (Tuschstifte) oder Copic Multiliner, allerdings geht auch die konventionelle Tusche in Gefäßen, die mit einer Tuschfeder aufgetragen wird. Mit den Stiften geht es aber wesentlich schneller. | | _ | Schritt 3: Sicherheitsscann Um Eventualitäten zuvorzukommen und großes Jammern zu vermeiden, scanne ich jedes meiner Bilder ein, bevor ich mich ans Kolorieren mache, denn sollte man sich doch einmal vermalen hat man immer noch die Möglichkeit es noch einmal zu probieren. Hierbei beachtet bitte die Druckerschwärze, denn viele Patronen sind wasserlöslich und eignen sich nicht zum Aquarellieren! | _ | Schritt 4: Das Kolorieren Ist die umrandete Zeichnung dann soweit fertig und die überflüssigen Bleistiftstriche rausradiert kann es endlich losgehen. Zunächst besorgt ihr euch ein Wassergefäß mit ausreichend Wasser. Günstig sind hierbei auch die angebotenen Wasserschälchen mit mehreren Kammern, die sich beim auswaschen von verschiedenen Farben eignet. Ein gewünschtes Farbschema, wie das Bild später wirken soll, müsst ihr natürlich schon in eurem Kopf haben, denn ist die Farbe einmal drauf, gibt`s kein Zurück mehr (auch wenn sich Aquarellfarbe bis zu einem bestimmten Grad aufhellen und abdunkeln lässt). Anders, als bei Copic Ciaos, ist es bei Aquarellfarbe zu empfehlen mit der hellsten Farbe anzufangen und sich im Bild gesehen von oben nach unten durchzumalen. Für große Flächen im Hintergrund ist es gut, wenn man diese erst mit einem großen Pinsel großzügig lasiert und dunklere Stellen dann extra bearbeitet. Hier in meinem Bild habe ich nur mit Pinselgröße 2-3 gearbeitet, aber für das Wasser im BG eine breite Pinselspitze benutzt. Begonnen habe ich mit der Grundierung der Hautfarbe und den blonden Haaren. Gerne vermische auch Gesichter und BG miteinander, was sich hier im Bild mit Juns Haaren und dem Nachthimmel angeboten hat. Nach und nach habe ich die Schatteneffekte im Gesicht bei den verdeckenden Haaren und den Haaren selbst eingefügt, sodass dann ca. 3-4- Farbaufträge übereinander waren. Die rote Stola im Bild wurde anschließend mit schwarz abgedunkelt. Zuletzt kamen die Farben für die Augen (zwei verschiedene Lila-Töne von einem Farbnäpfchen!) und die Feder als Ohrring ins Bild. Danach habe ich mit dem Wasser und den Spiegelungen begonnen. Da der BG in diesem Bild keine Rolle spielt und eher nebensächlich wirken soll, habe ich mich damit nicht lange aufgehalten und nur leichte Schraffierungen mit dem Pinsel eingefügt, die Wellen darstellen soll.  VORSICHT: mehrmals über eine bereits ausgemalte Fläche zu streichen zerstört auch die vorherigen Effekte mit, also überlegt euch soetwas gut! Als nächstes und letztes begann ich den Smart in blau zu kolorieren. Hierbei hatte ich ein Farbvorlage von Smart selbst. Die Effekte auf dem glänzenden Autolack habe ich allerdings nicht zu sehr hervorstechen lassen, wodurch nur eine leichte kobaltblaue Einfärbung erfolgte und die Schatten im Lack leicht angehoben wurden. Lichter und Scheiben schienen auf der Vorlage farblos, was sich allerdings schlecht machen ließ. Mit grau-blau konnte ich diesen Dingen entgegen wirken. Last but not least wird einem jedem Bild noch der Lichteffekt eingefügt, was nicht dringend erforderlich ist, aber durch die abdeckende Tusche durch einen recht schönen Effekt geben kann. In meinem Bild kann man diese Effekte im Haar Juns und in ihrem Gesicht sehen, sowie vereinzelt am Lack und am Reifen des Smarts. | _ | Schritt 5: Nachbearbeiten? Es ist eigentlich nicht notwendig einem Aquarellbild noch mit Special Effects zu kommen, jedoch können durch das Einscannen Farbfehler und Verfälschungen entstehen, die man mit einem guten Programm wegretuschieren kann (auch eventuell Fehler bei Outlinen etc.). Ich für meinem Teil wirke der Weichheit der Aquarelle etwas entgegen, da man bei Aquarellen die Poren des Papiers nach dem Einscannen sieht, sowie auch den Farben im Lichteffekt. Ein zusätzlicher Blender kann auch manchmal schöne Effekte erzielen. Probiert`s einfach aus! Das Resultat sieht dann in etwa so aus: Ich hoffe, ich konnte euch ein bisschen Einblick in die Kunst des Aquarellierens geben, aber denkt dran: immer noch zählen eure Ideen und Künste! | | _ | |
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Bildcopyright:
Die
im Zusammenhang mit diesem Artikel verwendeten
Bilder unterliegen dem Copyright von Sylvia Einenkel.
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Autor:
Sylvia Einenkel
Datum: 19.09.2004 |
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