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Fachbücher |
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Manga – Sechzig Jahre japanische Comics |
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Rezension |
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Seit sechs Jahrzehnten unaufhaltsam: der britische Journalist Paul Gravett hat sich ausführlich mit dem Thema Manga" auseinandergesetzt und seine Erkenntnisse und Recherchen in einem reich bebilderten Buch zusammengefasst.
WAS SIND MANGAS? Der Autor tastet sich zunächst langsam an das Thema heran, denn, so sagt er, Mangas haben es in unseren Breiten nicht leicht, was die Akzeptanz betrifft: Erstens weil sie aus Japan kommen und weil es Comics sind." Doch es geht Gravett nicht darum, alle Kritiken in den Wind zu schlagen, sondern dem Leser dieses außergewöhnliche Medium Schrittweise näher zu bringen und das auf eine angenehm objektive, informationsreiche und kurzweilige Art und Weise.
Ein wesentlicher Aspekt des Buches ist der Hinweis auf den Einfluss der westlichen Welt auf Japan, der im 20. Jahrhundert stattgefunden hat, denn jener wirkte sich auch auf das Verständnis und die Machart von Comics aus. Diese Sichtweise wurde von vielen bisherigen Büchern über Mangas oft außer acht gelassen. In den ersten zwei Kapiteln seines Buches widmet sich Gravett somit der Entstehung des heutigen Mangabegriffs unter Einfluss von Geschichte, Politik und Kultur.
Eine Persönlichkeit war für die Popularität von Mangas (nicht nur) für den Autor besonders wichtig: Osamu Tezuka revolutionierte das Medium nachhaltig und ist bis in die heutige Zeit ein Vorbild für viele Manga-ka, die von seinen Werken beeinflusst wurden. Gravett widmet dem Vater des Mangas" ein eigenes Kapitel, in dem er auf viele seiner Werke und seine Schaffensgeschichte eingeht.
Im Weiteren Verlauf des Buches geht Gravett auf die Entwickung des Manga nach dem zweiten Weltkrieg ein: die Bedeutung von Leihbüchereien und Manga für ein älteres Publikum mit düsteren oder brutalen Handlungen sind dabei ein großes Thema. Natürlich wird auch das Aufkommen des Shonen- und Shojo-Mangagenres in je einem Kapitel behandelt, sowie das der Sex-, Frauen- und Erwachsenenmanga.
Aus dem letzten Kapitel geht die hohe Aktualität des Buches hervor: wir erfahren, welchen Einfluss Manga auf die westliche Welt genommen hat. Gravett ist gut im Bilde und geht neben dem amerikanischen auch auf den französischen und deutschen Markt ein. Sogar Illustrationen aus Robert Labs und Christina Plakas Erstlingswerken sind im Buch enthalten.
Fazit: Endlich ein Buch über Manga, das wirklich lesenswert ist! Das 178 starke Buch, das neben seinem beachtlichen Umfang auch eine stattliche Größe vorweisen kann, enthält nicht nur eine bloße Nacherzählung der Geschichte der Mangas, sondern geht auch auf neue Sichtweisen und Erkenntnisse ein. Stets bleibt der Autor objektiv, wird weder euphorisch noch herabwürdigend. Ein weiteres Plus sind die reiche Bebilderung und die Aktualität, die kein zweites Sachbuch über Manga (momentan) vorweisen kann. Wer sich also wirklich für die Materie interessiert, wird an Manga Sechzig Jahre japanische Comics" seine Freude haben trotz des recht stattlichen Preises.
Wir danken EMA für die freundliche Bereitstellung eines Reviewexemplares!
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Bildcopyright:
Die
im Zusammenhang mit der Rezension verwendeten
Bilder und Coverscans unterliegen dem Copyright
von Paul Gravett und EMA.
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Autor:
Evelyn Waclawiczek
Datum: 07.01.2007 |
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