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 Osamu Tezuka [1926-1989] (u. a. Astroboy, Kimba - der weiße Löwe)
Der so genannte Gott des Manga ("Manga no Kami") wurde auch als Wunderkind bezeichnet, da er schon früh, gern, viel und auf überraschend hohem Niveau zeichnete. Mit 17 machte er sein professionelles Debut. Er war bereits in seiner Kindheit ein begeisterter Fan der Walt Disney Kurzfilme (Silly Symphonies) und der Fleischer Brothers (Betty Boop), die Teile der traditionellen japanischen Kunst innehatten. Dazu gehören z.B. die Übertreibungen in körperlichen Charakteristiken in Komik und Drama, sowie die vermenschlichten Tiere. Dadurch wurde Tezuka beeinflusst, dynamische Elemente mit in die Kunst des Manga einfließen zu lassen. Eine Einzelhandlung wurde so über mehrere Panels hinweg erzählt, sodass sehr ausdrucksvolle Zeichnungen entstanden, die mehr waren als bloße Illustrationen um Dialoge zu verdeutlichen. Gleichzeitig schaffte er es durch das Prinzip der Montage den Leserblick mit dem der Figuren zu verschmelzen - der Leser war nicht mehr nur außenstehender Zuschauer. Diese neue Visualisierungsmöglichkeit setzte er später auch in seinen Animes um.

Osamu Tezukas eigentlicher Berufswunsch war Arzt zu werden, jedoch begann er schon während seines Studiums erste Beiträge für Magazine zu zeichnen. Mit seinem ersten längeren Werk "Shin Takarajima" (Die neue Schatzinsel) wurde er über Nacht zum Star und zu einem der erfolgreichsten Mangazeichnern Japans. In der Folgezeit erhielt er nun auch Aufträge von den Tokioter Magazinen, wo seine berühmtesten Serien veröffentlich wurden. Dazu gehören z.B. "Jungle Taitei" (1950-1954, Herrscher des Dschungels bzw. Kimba der weiße Löwe). Diese Serie war die erste TV-Animeserie in Farbe. Tezukas Vorlieben was spezielle Genres betraf, kann man nicht genau festlegen, da er in fast jedem Genre seine Helden zu integrieren vermochte. Es zeichnen sich allerdings Märchen, Literaturadaptionen wie "Dostojewskijs Schuld und Bestrafung" und Science Fiktion heraus. All seinen Werken liegt eine starke Betonung von Friede und Gerechtigkeit zugrunde, sowie durchgängige Menschlichkeit. Was nicht bedeutet, das Liebe, Freundschaft und Happy End Gang und Gebe sind, das Happy End allerdings nachträglich einigen Verfilmungen aufgesetzt wurde. Seine Mangas sind durchweg spannend und ergreifend. In den frühen 60er Jahren gründete Tezuka mit Mushi Pro seine eigene Produktionsgesellschaft mit der er nun seinen Traum verwirklichen konnte: Filme zu machen.

Die zweite Animeserie, die im japanischen Fernsehen ausgestrahlt wurde, war "Astroboy" (1963), die so erfolgreich war, dass sie noch im gleichen Jahr in die USA verkauft wurde. Ein enormer Auftrieb in der Anime-Industrie war die Folge davon.
Eine weitere bemerkenswerte Serie war „Gekko Kamen"(Die Mondlichtmaske), welche einen der ersten maskierten Superhelden Japans beinhaltete. Viele der frühen Animeserien waren fast ausschließlich Adaptionen zu bereits vorhandenen Mangas. Die Charaktere hatten eine starke Werbe- und Didaktikwirkung (Erziehung, Gefahrenverhütung). Tezukas Werdegang ist beispielhaft für die Entwicklung der Manga- Industrie, die sich bald in Tokio konzentrierte, nicht zuletzt da er viele Auszeichnungen für seine erfolgreichen Produktionen erhielt, die ihn weltweit bekannt machten. Er wird zu Recht als der Gründer der modernen Manga/Anime Industrie bezeichnet. Nach seinem Tod, den viele Leute anteilig beiwohnten, setzte man dem erfolgreichen Produzenten mit einem eigenen Museum ein Denkmal für die Nachwelt.

Werke:

  • Die Schatzinsel (1947),
  • Die neue Schatzinsel (1947),
  • Metropolis (1949),
  • Faust (1949),
  • Next World (1951),
  • Bambi (1951),
  • Jungle Taitei (Kimba, der weiße Löwe,1951),
  • Tetsuwan Atomu (Astro Boy, 1952),
  • Ribon no Kishi (Choppy und die Prinzessin, 1953),
  • Saiyuuki (1960),
  • Big X (1963),
  • W3 (1965),
  • Vampires (1966),
  • Dororo (1967),
  • Hi no Tori (Phoenix, 1967),
  • Triton of the Seas (1969),
  • The Crater (1969) ,
  • Fushigi na Melmo (1970),
  • Buddha (1972),
  • Black Jack (1973),
  • Ayako (1973),
  • Barbara (1974),
  • Mittsume ga Tooru (1974),
  • Unico (1976),
  • Mw (1976),
  • Don Dracula (1979),
  • Nanairo Inko (1981),
  • Hidamari no Ki (1983),
  • Adolf (1983),
  • Midnight (1986),
  • Gringo (1987)
Quelle:
Animania

 
Bildcopyright:
Die im Zusammenhang mit diesem Artikel verwendeten Bilder unterliegen dem Copyright von .
Autor:  Christian Stahlmann
Datum: 01.08.2005

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