AktuellTESTBERICHTEDatenbankInfosCommunityAbout us
Aktuell
Testberichte
Datenbank
Szene Startseite
Specials
Interviews
Event Report
Event Fotos
Tutorials
Funstuff
Infos
Community
About us

Event Report
 AniNite 2008 in Wien
Es war wieder einmal so weit. Vom 29. bis zum 31. August öffnete die AniNite im Wiener WUK ihre Tore und bot wieder einmal all das, was man schon von der AniNite kennt: Nette Leute, wenig Platz und jede Menge Chaos.

Freitag, 16 Uhr, Beginn der AniNite 2008, offiziell zumindest. Tatsächlich hat sich um 16 Uhr allerdings noch nicht wirklich viel getan. So hieß es erst einmal warten, in einer endlosen Schlange, während die Damen und Herren von der Orga verzweifelt versuchten für etwas Ordnung zu sorgen und vor allem die Conbesucher so auf den schmalen Gehsteigen zu verteilen, dass auch ja niemand auf der Straße stehen muss. Spätestens hier wurde deutlich, dass das WUK als Location unbrauchbar geworden ist. Ein Eindruck, der sich an den folgenden drei Tagen nur bestätigt hat.

Wenn man gegen 17 Uhr dann auch endlich sein Ticket hatte – es ging übrigens wesentlich schneller wenn man sein Ticket erst vor Ort und nicht im Vorverkauf erwarb – konnte man sich auch endlich ins Congetümmel werfen. Neulinge waren vielleicht im ersten Augenblick etwas geschockt vom heruntergekommenen Innenhof des WUKs, Stammgäste sind mit diesem aber längst vertraut und lassen sich dadurch nicht beunruhigen. Was jedoch auch sie überraschen dürfte sind einige Verbesserungen, die einem bei Betreten schnell auffielen. So gab es gleich beim Eingang einen Infostand und auch für die Verpflegung, von welcher es diesmal mehr gab und die endlich frisch – oder zumindest noch warm – verkauft wurde, musste man nicht mehr in den zweiten Stock marschieren.
Auch der Filmraum oder besser ausgedrückt der neue Filmraum fällt sehr positiv auf. Größer, kühler und einfach angenehmer. Kein Vergleich zu dem häufig überfüllten und unerträglich heißen Filmraum von einst. Bloß die Beschilderung hätte besser sein können, denn allzu leicht war der Raum nicht zu finden. Dies gilt übrigens nicht nur für den Filmraum, sondern für große Teile des Geländes und auch was das Programm angeht fühlte man sich oft uninformiert. Zwar konnte man dieses, im Gegensatz zu so mancher anderen Convention, schon vorher online finden, aber dennoch hätten mehr ausgehängte Schilder oder gar ein Programmheft sicher nicht geschadet, macht sich doch nicht jeder Besucher die Mühe das Programm auszudrucken und mitzunehmen.
Sonstige Änderungen im Rahmenprogramm waren überschaubar. Der Händlerraum sah aus wie eh und je bot aber etwas mehr Platz, da die Leseecke gewichen ist. Diese fand man nun in der Conventionhalle, wo genug Raum zur Verfügung war, da Essen und Getränke fortan ja im Hof gekauft wurden. Auch beim Videospielraum blieb alles beim Alten, was nicht unbedingt als Lob zu sehen ist, da er auch diesmal wieder zu klein, zu voll und unerträglich heiß war.
Das Bühnenprogramm war an diesem ersten Tag noch recht spärlich, was allerdings verständlich ist, kommen viele Besucher doch nur Samstag und Sonntag. Dennoch konnte man einige amüsante Programmpunkte bieten, die auch noch nicht ganz so sehr unter Verzögerungen zu leiden hatten. Höhepunkt war hierbei wohl die Singelversteigerung die, auch wenn sich das Publikum recht lange geziert hat zu bieten, anscheinend sehr gut ankam, geht man von der Zahl der Teilnehmer und den Reaktionen der Zuschauer aus.
Wer daran nicht interessiert war konnte den Freitagabend auch mit dem im Hof stattfindenden Matsuri verbringen. Zumindest einen Teil davon, denn so gut die Idee auch war wirklich ausgereift war sie diesmal noch nicht. Es wirkte alles etwas zu billig, zu improvisiert und der mangelnde Platz im Hof war ebenfalls keine Hilfe. Dennoch ein Programmpunkt den man (überarbeitet und verbessert) im nächsten Jahr gern wieder sehen würde.

So schnell wie der Freitag ging kam dann auch schon der Samstag, wobei der Einlass weitaus schneller erfolgte als noch am Vortag. Das Bühnenprogramm war an diesem Tag besonders dicht – Vorträge und Vorführungen, eine Modenschau und zahlreiche Wettbewerbe, allen voran das Single Cosplay. Auch hier gab es wieder eine lobenswerte Änderung – die für die Wertung zwar wichtige, aber für das Publikum wohl nicht allzu spannende Vorstellrunde der Cosplayer wurde getrennt abgehalten und so gab es auf der Bühne diesmal nur die Performances. Da freut sich auch der Zeitplan. Reichlich überzogen wurde dank langer Auftritte zwar wieder, aber gemessen mit dem Vorjahr hatten sich die Cosplayer diesmal etwas besser unter Kontrolle und so bot das Cosplay wieder den etwas chaotischen Charme der Vergangenheit ohne dabei aber zu zäh und schlichtweg öde zu werden. Das Gruppencosplay am Sonntag wurde genauso gehandhabt.
Der Rest des Bühnenprogramms hatte da doch mehr Probleme. Es wurde immer mehr überzogen und vor allem das Quiz zeugte von der Planlosigkeit der Verantwortlichen. Es schien als würde man sich einfach alles ganz spontan ausdenken. Ein gewisses Maß an Flexibilität ist gut, aber manchmal wäre etwas Ordnung auch willkommen, da vor allem das Publikum dann oft nur zusehen kann wie sich ein paar Freunde auf der Bühne unterhalten während das Programm zum absoluten Stillstand kommt und mal wieder überzogen wird.

Der Sonntag verlief ganz ähnlich dem Samstag: Reibungsloser Einlass, dichter Programmplan. Neben dem Gruppencosplay standen vor allem die Preisverleihungen und das Otaku of the Year Finale im Mittelpunkt und bei allen genannten Punkten wurde selbstverständlich wieder fleißig überzogen. Einige andere Probleme die spätestens Sonntag offensichtlich wurden waren jedoch weit schwerwiegender.
Da wäre zunächst die Sache mit den Helfern, der Orga und der Security. Bei einigen hatte man den Eindruck als würden sie unter Dauerstress stehen, entdeckte sie überall und sah sie ständig am arbeiten. Andere hingegen schienen kaum mehr zu sein als gewöhnliche Conbesucher bloß mit Freikarten. Ebenfalls war nicht immer ersichtlich ab wann denn etwas als Waffe eingestuft wurde und damit am Eingang abgegeben werden musste. Nicht dass dies am letzten Tag noch eine Rolle gespielt hätte, da sämtliche Waffen lange vor dem geplanten (und erst recht vor dem tatsächlichen) Ende abgeholt werden mussten und die Leute dann einfach mit ihren zuvor noch so gefährlichen Waffen auf dem was von der Convention noch übrig war herumspazieren durften.
Ein Problem welches allgemeinerer Natur ist und jeden Besucher betreffen dürfte ist der Dreck. Es gab reichlich wenig Mülleimer, die vorhandenen waren bald übervoll und so lag recht bald Abfall über den gesamten Hof verteilt. Noch schlimmer sind nur die Toiletten deren unverkennbaren Duft man mitunter schon im Hof wahrnehmen konnte und auch der Anblick der Toilettenräume ist kein schöner. Generell muss man einfach noch einmal erwähnen – das WUK ist überlastet und als Location nicht mehr brauchbar. Nicht nur eine Flut an Leuten sondern auch eine Unmenge an Mist erfüllt den Hof und die Räumlichkeiten der Con.

Fazit: Die zahlreichen Verbesserungen können über die Probleme der AniNite nicht hinwegtäuschen. Auch wenn die Veranstalter sich die Kritik des letzten Jahres offensichtlich zu Herzen genommen haben, so ganz überzeugen konnte die Convention dieses Jahr einfach nicht. Die AniNite ist einfach zu groß um, zumindest von organisatorischer Seite, wie ein kleiner Fantreff behandelt zu werden. Immer noch regiert das Chaos und es wäre lobenswert, wenn man im nächsten Jahr vielleicht einen Teil der Flexibilität opfert und dafür etwas mehr Ordnung zu bieten hat. Der größte Kritikpunkt ist jedoch die Location. Das WUK hat ausgedient und ist für ein Event dieser Größenordnung einfach zu klein und zu heruntergekommen. Bleibt zu hoffen, dass die Veranstalter nächstes Jahr mit einer besseren Location aufwarten können, denn in einem sauberen Umfeld und mit mehr Platz für die Besucher macht auch das Chaos gleich wieder viel mehr Spaß.
 
Bildcopyright:
Die im Zusammenhang mit diesem Artikel verwendeten Bilder unterliegen dem Copyright von Roman Smetana/AniNite .
Autor:  Christian Hrabcik
Datum: 21.09.2008

AnimePRO ist eine eingetragene Schutzmarke | Copyright 2002 - 2008 - alle Rechte vorbehalten | Impressum